Adventskalender 2017 international Lettland

Heidnische und religiöse Bräuche haben sich beim lettischen Weihnachtsfest im Lauf der Zeit vermischt. Vor der Christianisierung war es das Fest der Wintersonnenwende, ab diesem Zeitpunkt werden die Tage wieder länger und das wurde gefeiert.

In der Hauptstadt Lettlands, in Riga, stand einst der erste Weihnachtsbaum des Landes. 2011 feierte man dort das 500jährige Weihnachtsbaum-Jubiläum.

Weihnachtsessen in Lettland

Viele Gerichte, die man damals zu diesem Anlass gegessen hat, finden auch heute noch ihren Platz auf dem Weihnachtstisch. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass das lettische Weihnachtsessen traditionell sehr deftig und rustikal ist. So gab es einst einen gekochten Schweinekopf, dazu gekochte Gerstengraupen. Heute gibt es häufig gekochte Erbsen, dazu ein Stück gebratenes Fleisch und fetten Speck und dazu trinkt man traditionell Ruguspiens, das ist Sauermilch oder Kefir. Ruguspiens zählt noch heute zu den klassischen lettischen Getränken. Alle gekochten Erbsen müssen spätestens am Weihnachtsmorgen des 25. Dezembers aufgegessen sein, sonst bedeutet dies, dass im nächsten Jahr reichlich Tränen fließen werden.

Ein weiteres traditionelles Weihnachtsessen ist Blutwurst mit Gerstengraupen. Die runde Form der Blutwurst erinnerte in alten Zeiten an einen Kreis und stand damit symbolisch für das Sonnenjahr.

Im westlichen Lettland ist man traditionell auch besonders gerne Sklandu Rausi. Hierbei handelt es sich um Törtchen, die mit Kartoffelbrei und Karotte gefüllt sind. Auch Piragi gehören zum Weihnachtsessen dazu, das sind herzhafte Hefeteigtaschen, die mit Räucherspeck und Zwiebeln gefüllt werden.

Vor etwa 100 Jahren hat es sich eingebürgert, zum Weihnachtsfest auch Lebkuchen zu backen. Vermutlich wurde dieser Brauch von Deutschen aus ihrer Heimat nach Lettland eingeführt.

Eines der beliebtesten Weihnachtsessen der heutigen Zeit ist Schweinebraten mit sautiertem Sauerkraut. Manchmal findet sich sogar ein Karpfen auf der Weihnachtstafel. Oft werden auch Fischschuppen in Taschen und Geldbeutel gesteckt, das soll im neuen Jahr reichlichen Geldsegen bringen.

Ganz wichtig ist es, neun verschiedene Gerichte zu essen, denn das bedeutet Wohlstand und Reichtum für das neue Jahr.

Rezept für Piragi – lettische Speckbrötchen

Zutaten:

  • 450-500 g Mehl
  • 250 g Milch oder Wasser
  • 25 g Hefe
  • 75 g Butter oder Margarine
  • 25 g Zucker
  • 5 g Salz
  • 1 Ei

Füllung

  • 350 g geräucherter Speck
  • 50 g Zwiebeln
  • gemahlener Pfeffer

Für die Füllung, die Schwarte vom Speck abschneiden und Speck und Zwiebeln fein hacken und in der Pfanne nur kurz anbraten, pfeffern und abkühlen lassen.

Für den Teig das Mehl sieben. Hefe mit etwas warmem Wasser und etwas Mehl verrühren und einen Vorteig herstellen, an einem warmen Platz 15-20 Minuten gehen lassen. Salz und Zucker in Milch oder Wasser auflösen und auf etwa 35°C erwärmen. Das Ei verschlagen und zur Flüssigkeit hinzufügen. Butter schmelzen und zusammen mit dem restlichen Mehl zum gegangenen Vorteig hinzufügen und alles so lange verkneten, bis sich der Teig von den Händen löst und nicht mehr kleben bleibt. An einem warmen Ort wieder etwa eine Stunde gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Den Teig dann kurz durchkneten. Dann den Teig in Stücke von etwa 30-35 g zerteilen, zu Kugeln formen und erneut für ca. 10-15 Minuten gehen lassen. Dann die Kugeln flach drücken, etwas Füllung darauf geben, den Teig überklappen und zu halbmondförmigen oder hörnchenförmigen Teilchen formen. Darauf achten, dass die Füllung nicht herauskommt. Dann die Teile auf ein Backblech legen, nochmals kurz gehen lassen, mit verquirltem Eigelb bestreichen und im Ofen hellbraun backen. Die frischgebackenen Piragi mit geschmolzener Butter bestreichen.

Quelle für das Rezept: Aus dem Buch „The Cuisine of Latvia“, ISBN-Nr. 978-9984-736-27-3 mit freundlicher Genehmigung von „The Latvian Institute“

Quelle: http://fernwehculinarium.de/weihnachten%20lettland.php

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