Review Folge 10 By the prickings of my thumbs/Die Intrige #Outlander

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Intrigen, Kämpfe, Doppelzüngigkeit und Hexerei. Und ihr dachtet, Outlander wäre nur Sex? Falsch gedacht.

Zugegeben, als ich die Folge das erste Mal gesehen habe, war ich überhaupt nicht begeistert. Im Gegenteil: Ich war total genervt von den Abweichungen zum Buch. Alle Änderungen, die bisher vorgenommen wurden, konnte ich bisher gut in meine Kopf-Highlandsaga integrieren. Aber jetzt? Diese Folge hatte beim ersten Ansehen so viele, in meinen Augen, völlig unnötige Änderungen. Der Hexentanz von Geilis als ausgeflippte Hippietänzerin zum Beispiel. Oder Dougal, der in der Halle, als Reaktion auf den Tod seiner Frau, völlig ausflippt und auf total plumpe Art und Weise mit irgendeinem Zeug in der Flasche betäubt wird. Allerdings gibt es da Simon Callow als Duke of Sandringham. Diese Rolle hat mir gefallen. Also hab ich die Folge nochmal geguckt. Und nochmal.

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Nachdem ich alles jetzt mehrmals gesehen habe, finde ich die Folge immer noch nicht toll, kann aber einige Dinge akzeptieren. Geilis´s  Tanz finde ich immer noch unnötig. Und warum Claire völlig unverhofft plötzlich nachts im Wald rumläuft, hat sich mir auch noch nicht erschlossen. Aber die Sache mit dem Duke, die gefällt mir. Diese Rolle ist im ersten Buch tatsächlich etwas zu kurz gekommen. Und die Jagd hätte man vermutlich filmisch nur unter größten Schwierigkeiten umsetzen können, daher ist das so eine elegante Art, Jamie und den Duke zusammenzubringen. Dazu sind mir noch ein paar Handlungsstränge über den Weg gelaufen, die für die nächsten Folgen interessant sein könnten.

Davon mal abgesehen, habt ihr die ersten 5 Minuten der Folge überlebt? Das waren die ehrlichsten 5 Minuten dieser Folge, in der niemand versucht hat, jemanden zu belügen oder zu hintergehen. Hier sieht man, das die Beziehung zwischen Claire und Jamie immer tiefer und inniger wird. Und liebevoller und intimer.  Allerdings mit einem abruptem Murtaghende. Sozusagen Coitus interMurtahghus.

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Claire hat Jamie ihre Geheimnisse noch nicht offenbart. Man kann aber erkennen, das eine grundlegende Tiefe ihrer Beziehung schon da ist. Und Jamie ist, wie soll ich sagen, redlich bemüht, ihr zu gefallen. Wie schwierig es für Claire ist, sieht man in dem Moment, in dem eine Information, die sie von Frank hat, plötzlich für Jamie von großer Wichtigkeit ist. Wie soll sie erklären, woher sie das weiß? Am besten gar nicht. Jamie vertraut ihr einfach.

An dieser Stelle der Folge beginnen die Änderungen. Angefangen bei Ned Gowan, der auf die Idee kommt, den Angriff von Black Jack Randall auf Claire zu nutzen, um den Duke dazu zu bringen, etwas gegen BJR zu tun. Und zwar, um seinen eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Aber Ned Gowan macht Jamie und Murtagh klar, dass Wahrheit und Lüge wenig mit dem Gesetz zu tun haben. Ned setzt das Schriftstück auf, welches Claire nur nach großem Zögern unterschreibt. Sie hat Angst, dass all die Dinge, die dort drin stehen, nicht zu beweisen sein werden. Der sexuelle Übergriff, das sie eine hochgeborene Engländerin sein soll, all das sind Sachen, für die es weder Beweise noch Zeugen gibt, die aussagen würden. Aber Jamie will Claire als seine Lady Broch Tuarach zu Hause einführen. Und dafür muss er seinen Makel loswerden.

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Claire begibt sich persönlich zum Duke of Sandringham. Und dieser erkennt die Klinge, die über seinem Kopf schwebt. Er versucht Claire Angst zu machen, indem er auf ihren schwanengleichen Hals eingeht. Und Claire? Ganz schon tough, die Gute!

Habt ihr das wunderschöne Anwesen gesehen, welches der Sitz des Dukes sein soll? Matt Roberts hat via Twitter bekannt gegeben, dass es sich herbei um Hopetoun House in der Nähe von Edinburgh handelt. Gebaut zwischen 1699 und ca. 1707.

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Jetzt kommt wieder eine Stelle, wo ich nicht genau weiß, wie das in ferner Zukunft gelöst werden soll. Claire konfrontiert Laoghaire mit der Hexerei, die unter dem Bett lag. Ja, das war im Buch anders. Völlig anders. Ob ich das gut oder schlecht finde, kann ich erst sagen, wenn wir ungefähr in der Mitte der 2. Staffel sind. Frühestens. Dazu kommt, dass wir alle wissen, was diese eine Ohrfeige bewirken wird. Trotzdem haben vermutlich ganz viele spontan applaudiert, als Claire der jungen Dame eine saftige Ohrfeige verpasst. Das war vermutlich noch draußen auf dem Burghof zu hören. 😉

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Claire macht sich auf den Weg, um Geilis wegen der Hexerei zur Rede zu stellen. Anders als im Buch, trifft sie diese allerdings im Wald. Was genau dieser hippieiske Tanz aussagen soll, erschließt sich mir nicht so ganz. Allerdings sieht Claire schon jetzt, das Geilis schwanger ist. Und diese gibt zu, das Dougal der Vater ist. Im Buch wird das erst später offensichtlich. Eigentlich hätte Claire doch auch hier schon eine gewisse Impfnarbe sehen müssen, oder? Finde ich etwas inkonsequent. Es sei denn, die Impfnarbe taucht gar nicht mehr auf. Mal abwarten.

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Lotte Verbeek ist in dieser Szene allerdings unglaublich gut. Ob Geilis wirklich daran glaubt, dass das, was sie da macht, irgendeine Auswirkung hat? Lotte verkörpert an dieser Stelle eine Art, die einen glauben lässt, das ein bisschen Geilis auch in ihr steckt. Auf positive Art natürlich.

Geilis offenbart, dass der Duke sich mit Colum getroffen hat, aber er mag Dougal. Was soviel bedeutet, wie: Dougal ist ein offener Jakobit, der Duke ein versteckter. Das ist etwas, was Claire bereits weiß, aber sie bekommt es hier noch einmal bestätigt. Hier tut sich evtl. ein neuer Handlungsstrang auf.

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Als Geilis und Claire den Wald verlassen, hören die beiden das Weinen eines Babys. Geilis versucht Claire davon abzuhalten, sich dem Kind zu nähern, aber Claire setzt sich durch, obwohl Geilis sie eindringlich davor warnt. Claire kommt zu spät. Jamie kommt dazu und versucht sie davon zu überzeugen, das Kind wieder dorthin zu legen, wo sie es gefunden hat. Claire befürchtet, dass sie keine Kinder bekommen kann und trauert daher sehr um dieses, ihr fremdes Kind.

Damit ist Claire mal wieder mit etwas in Berührung gekommen, was sie besser vermieden hätte. Und Geilis hat sie gewarnt. Am Ende der Folge, als Claire und Geilis verhaftet werden, kommt das Wort Zauberei vor. Und Vater Bain spielt auch keine unwesentliche Rolle.

Während Claire all diese Dinge ins Rollen bringt, sind Jamie und Murtagh beim Duke of Sandringham, um diesen dazu zu bringen, Jamies Namen bei der ihm vorgeworfenen Ermordung auszutilgen. Der Duke sagt, dass ihm nicht bewusst war, wie weit Verbreitet die Kenntnis über seine Beziehung zu Black Jack ist. Er gibt zu, dass das Schützen vor den Folgen von Missetaten zu einem Vollzeitjob wird. Er bittet im Gegenzug zu seiner Hilfe Jamie darum, sein Sekundant bei einem Duell mit dem verhassten Clan Mc Donald zu sein. Er streichelt Jamie übers Gesicht und gibt zu, dass seine Gefährten der Schönheit wegen gewählt werden, und nicht wegen der Kriegskunst. Hier möchte man Jamie zurufen: Lass ja nichts fallen, nach dem du dich bücken müsstest!

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Und jetzt kommt die Szene, die ich am wenigsten an dieser Folge mag. Dougals völliger Ausraster, weil seine Frau gestorben ist, ist eine so total unnötige Ausgestaltung der Geschichte, dass ich hier tatsächlich mal auf Pause gedrückt habe. Ich bin nach draußen gegangen und hab mir eine halbe Stunde Pause verordnet. Ich war ehrlich gesagt beim ersten Mal ansehen total entsetzt. Ich finde diese Szene, vor dem Hintergrund von Geilis Schwangerschaft total unnötig und fehlplaziert. Ihr dürft mich hier gerne kritisieren und auch eure Meinung kundtun, aber das ist das erste Mal, das ich an der Umsetzung wirkich zweifle. Und dann diese, entschuldigt den Ausdruck, bescheuerte Aktion, als Claire mit Angus Hilfe, ihm irgendein Betäubungsmittel unterjubelt. Graham McTavish spielt diese Szene total super, trotzdem bin ich der Meinung, das sie unnötig war. Offensichtlich fehlte in dieser Folge noch ein bisschen Action. Und Colum hat eine gute Ausrede, warum er Dougal und Jamie fortschicken kann.

Naja, Geilis ist ihren Mann losgeworden, Dougals Frau ist tot. Der Weg wäre frei. Dass Geilis ihren Gatten vergiftet hat, habt ihr ja bestimmt mitbekommen. Claire weiß das auch.

Jamie assistiert dem Duke beim Duell. “ Es werden Schüsse fallen, aber niemand wird verletzt“, ahhh ja. Das Duell selbst hat auch keine Verletzten zur Folge, die Nachwehen allerdings schon. Warum dieses kleine Gemetzel notwendig ist? Ich weiß es nicht, aber man sieht ein bisschen was davon, wie der Schwertkampf damals ablief. Das allein ist ein interessanter Einblick. 

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Colum hat auf jeden Fall einen Grund, Dougal, Jamie, Angus, Ruper und Ned zu Dougals Familiensitz zu schicken, um die Beerdigung zu organisieren. Claire bleibt als Pfand zurück.

Sobald die Männer unterwegs sind, kommen die Dinge in Gang. Claire bekommt eine, angeblich von Geilis stammende Notiz, macht sich auf den Weg und muss feststellen, dass sie getäuscht wurde. Ein paar Minuten, nachdem Claire bei Geilis eingetroffen ist, kommen die Wachmänner und wollen Geilis verhaften. Da es schon länger Gerüchte über Claire gibt und sich die Geschichte mit dem Wechselbalg auch schon herumgesprochen hat, wird die „andere Zauberin“ gleich mitverhaftet. Als die beiden in die Kutsche gesperrt werden, sieht man ein teuflisch grinsendes, junges Mädchen. Laoghaire.

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Laoghaire selbst hat natürlich nicht die Verhaftung organisiert, aber sie hatte eindeutlich ihre Finger im Spiel, um Claire loszuwerden. Die eigentliche Anklage gegen Geilis ist auf Colum zurückzuführen. Und so werden eben gleich 2 Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Beide Hexen aus dem Weg, Ruhe für Colum und Jamie ist frei für Laoghaire.

Wenn ihr euch da mal nicht getäuscht habt. 🙂

 

 

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4 Gedanken zu “Review Folge 10 By the prickings of my thumbs/Die Intrige #Outlander

  1. Hallo Anonym, das hat überhaupt nichts mit Verallgemeinerung zu tun, sondern schlicht mit der noch folgenden Geschichte. Hier im besonderen das Verhältnis zwischen James Fraser und Black Jack Randall. Und natürlich der Verweis auf den Duke of Sandringham mit seiner Vorliebe für junge Männer.

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  2. Stammtischsatz hin oder her, schade, dass man hier das Augenzwinkern nicht mitliest. Wer die Bücher gelesen hat, kennt doch des Dukes Vorliebe für Jamie. Da er diesen „Gefühlen“ auch mal Ausdruck verleiht, ist dies doch nur ein gut gemeinter Ratschlag…mit einem riesen Augenzwinkern.

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  3. tut mir leid, da kann ich nicht mitzwinkern, weil es typisch für Vorurteile Homosexuellen gegenüber ist. Da nützt es auch nichts, es als Scherz darzustellen und ein „gut gemeinter Ratschlag“ ist ja wohl der Hohn. Es hat auch nichts mit der nachfolgenden Geschichte zutun. Der Satz ist einfach überflüssig! denkt mal drüber nach ..und ich habe alle Bücher mehrfach gelesen 🙂

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