11. Dezember 2014

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Nikolausgedicht eines frühreifen Fünfjährigen

Lieber guter Weihnachtsmann,
du kommst jetzt in die Stuben,
die braven Kinder lachst du an
und schimpfst die bösen Buben.

Lieber guter Weihnachtsmann,
ich sage dir jetzt Sachen,
die ich nur dir erzählen kann,
was die hier alles machen.

Mein Schwesterlein heißt Edeltraut,
sie ist `ne kleine Schlampe,
sie riecht so blöd nach Sauerkraut
und hat schon jetzt `ne Wampe.

Babs ist mein andres Schwesterlein
und die ist gar nicht nobel,
ja, neulich war sie ganz gemein
und warf nach mir mit Popel.

Die Babs hat einen Pferdeschwanz
und ihre Strümpfe muffeln,
sie ist `ne richtig blöde Gans,
tut an den Strümpfen schnuffeln.

Die Mami, die geht manchmal fremd,
sie kann so prima lügen,
für Papi bügelt sie kein Hemd
und lebt nur fürs Vergnügen.

Schenk’ bitte Oma ein Gebiss
und Mami ne Perücke,
denn ihre alte hat `nen Riss,
der Opa braucht ne Krücke.

Schenk’ Papi eine Flasche Schnaps
und eine warme Mütze,
verprügle meine Schwester Babs
und bring mir rote Grütze.

Lieber guter Weihnachtsmann,
ich bin doch nicht von gestern,
schlepp’ endlich die Geschenke an,
dann hör’ ich auf zu lästern.

Alfons Pillach
*1950

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